Verleihung der Hermann-Tempel-Medaille am 24. Februar

 

Preisträger 2009 sind die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Suppenküche der Christuskirche Leer

Leer. Am Dienstag, dem 24. Februar 2009, findet die nächste Verleihung der Hermann-Tempel-Medaille im Festsaal des Rathauses der Stadt Leer statt.
Nach ausführlichen Beratungen hat das „Kuratorium zur Verleihung der Hermann-Tempel-Medaille“ unter Vorsitz von Johanne Modder beschlossen, diesmal die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Suppenküche der Christuskirche Leer auszuzeichnen. Es soll damit die nun schon seit 10 Jahren - seit dem 1. Advent 1998 – geleistete Arbeit gewürdigt werden, durch die jeden Sonntag einer großen Gruppe von Hilfsbedürftigen eine warme Mahlzeit ermöglicht wird. Darüber hinaus werden Lebensmittel an diesen Personenkreis ausgegeben und eine Weihnachtsfeier an Heiligabend ausgerichtet. Als Laudator auf die diesjährigen Preisträger konnte der ehemalige Bürgermeister von Bremen, Dr. Henning Scherf, gewonnen werden. Als Bürgermeister war er vor allem bekannt für seinen „bürgernahen“ Politikstil. Die Hermann-Tempel-Medaille wurde bislang an folgende Preisträger verliehen: 1989 (aus Anlass des 100. Geburtstages von Hermann Tempel) Preisträger: Heinz Galinski, damals Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland; Laudatio: Udo Groenewold, Vorsitzender der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit in Ostfriesland 1995 Preisträger: Hans Koschnick in seiner Funktion als Administrator von Mostar im ehemaligen Jugoslawien; Laudatio: Ignatz Bubis, damaliger Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland 1998 Preisträger: Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager in Papenburg für ihre Aufarbeitung der Geschichte der lokalen Konzentrationslager der Nazis; Laudatio: Avi Primor, israelischer Botschafter in Deutschland
2002 Preisträgerin: Anetta Kahane von der Amadeu-Antonio-Stiftung in Berlin für ihre Arbeit gegen rechtsradikale Gewalt; Laudatio: Bundes-Bildungsministerin Edelgard Bulmahn 2005 Preisträger: Maria Rieken und Wilhelm Rolfes, die teilweise beruflich (Rolfes) und beide sehr stark privat auf dem sogen. Ökohof in Burlage (Rhauderfehn) engagiert sind und dort zusammen mit jungen gestrauchelten Menschen leben und arbeiten; Laudatio: Susanne Kastner, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Mit der Medaille werden Personen oder Gruppen geehrt, die sich besonders im Sinne des Lebens und Wirkens des ehemaligen Leeraner SPD-Reichstagsabgeordneten Hermann Tempel verdient gemacht haben.
Hermann Tempel wurde am 29.11.1889 in Ditzum geboren und besuchte dort die Volksschule. 1910 legte er die Lehrerprüfung ab. Von 1915 bis 1916 nahm Tempel als Infanterist am Ersten Weltkrieg teil und kehrte verwundet nach Leer zurück, wo er wieder als Lehrer tätig wurde.
1919 trat Tempel in die SPD ein und wurde in den Magistrat der Stadt Leer gewählt. Daneben war er als Redakteur für die Parteizeitung Volksbote tätig. Von 1925 bis 1933 gehörte Tempel knapp acht Jahre lang dem Reichstag der Weimarer Republik als Abgeordneter an, von 1924-28 zunächst als Nachrücker für den verstorbenen Wilhelm Helling. In den Jahren 1928 bis 1933 wurde Tempel insgesamt fünf Mal als Abgeordneter des Wahlkreises 14 (Weser-Ems) bestätigt.
Im März 1933 stimmte Tempel gemeinsam mit den übrigen Abgeordneten seiner Fraktion gegen das Ermächtigungsgesetz. Im selben Jahr musste er vor den Nazis in die Niederlande fliehen. Nach dem deutschen Einmarsch in den Niederlanden im Frühjahr 1940 lieferte Tempel sich selbst der Amsterdamer Gestapo aus. Nach Deutschland zurückverschleppt wurde Tempel in den folgenden Jahren u. a. im Gefängnis Wolfenbüttel gefangen gehalten. Er wurde zwar nach Verbüßen seiner Haftstrafe entlassen, starb jedoch am 27.11.1944 an den Folgen der erlittenen Behandlung. Tempels Grab findet sich auf dem Gertrudenfriedhof in Oldenburg.


 

 


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